Klinische Studien mit Kosmetikprodukten
Kosmetika und Pflegeprodukte werden unter den Bedingungen der guten klinischen Praxis (GCP) auf Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit geprüft.
Solide wissenschaftliche Daten sind Grundlage für Heilsversprechen eines Produkts und erhöhen Vertrauen und Umsatzzahlen.
In Europa sind Kosmetika und deren Nutzeranwendungen hauptsächlich durch die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 reguliert. Diese Verordnung legt die wesentlichen Anforderungen und Verpflichtungen für kosmetische Mittel fest und gilt EU-weit unmittelbar seit 2010. Sie wird ergänzt durch die Verordnung (EU) Nr. 655/2013, die gemeinsame Kriterien für Werbeaussagen im Zusammenhang mit kosmetischen Mitteln festlegt. Zusätzlich gibt es in Deutschland die Verordnung über kosmetische Mittel (D-KosmetikV), die nationale Regelungen für Bereiche trifft, die nicht bereits EU-weit harmonisiert sind.
Nutzenversprechungen für Kosmetika
Nutzenversprechungen für Kosmetika müssen bestimmte Kriterien erfüllen:
1. Wahrheitstreue
- Aussagen müssen in Beziehung zum Produkt und seiner Wirkung stehen.
- Es dürfen keine Merkmale oder Funktionen vorgetäuscht werden, die das Produkt nicht besitzt.
2. Belegbarkeit
- Wirkungen müssen wissenschaftlich nachweisbar sein und dem aktuellen Kenntnisstand entsprechen.
- Die Beweiskraft der Nachweise muss mit der Art der Werbeaussage in Einklang stehen.
3. Redlichkeit
- Übertriebene Aussagen oder das Verschweigen zusätzlicher Bedingungen sind unzulässig.
- Werbeaussagen dürfen keine Selbstverständlichkeiten beinhalten, wie z.B. „frei von…“, wenn der Stoff ohnehin nicht zugelassen ist.
4. Lauterkeit
- Aussagen dürfen Wettbewerber oder rechtlich zulässige Bestandteile nicht herabsetzen.
- Sie dürfen nicht zur Verwechslung mit Konkurrenzprodukten führen.
5. Klare Entscheidungsfindung
- Aussagen müssen für Verbraucher klar und verständlich sein, um eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.
Zusätzliche Hinweise
- Werbeaussagen dürfen keine Gesundheitsbezüge suggerieren, die über kosmetische Wirkungen hinausgehen, da dies in den Bereich der Arzneimittel fällt. Sollte das der Fall sein, müsste das Produkt als Arzneimittel zugelassen werden.
- Aussagen wie „dermatologisch getestet“ oder „klinisch getestet“ sind zulässig, sofern sie auf tatsächlich durchgeführte Tests hinweisen und die Ergebnisse in der Produktinformationsdatei dokumentiert sind.
Ziele und Bedeutung einer Studie mit Kosmetika
Die Hauptziele klinischer Studien mit Kosmetikprodukten sind:
- Nachweis der Produktsicherheit
- Überprüfung der Wirksamkeitsaussagen
- Bewertung der Verträglichkeit
- Sammlung von Daten zur Verbraucherzufriedenheit
Arten von Studien
- Sicherheitsstudien: Untersuchen mögliche Hautreizungen oder allergische Reaktionen.
- Wirksamkeitsstudien: Bewerten die behaupteten Effekte des Produkts, z.B. Feuchtigkeitsversorgung oder Faltenreduktion.
- Verträglichkeitsstudien: Testen die Langzeitverträglichkeit bei regelmäßiger Anwendung.
- Verbraucherstudien: Erfassen subjektive Bewertungen und Erfahrungen der Anwendenden.
Durchführung
Klinische Studien mit Kosmetikprodukten werden in der Regel nach folgenden Schritten durchgeführt:
- Studienplanung und Protokollerstellung
- Rekrutierung geeigneter Proband:innen
- Produktanwendung unter kontrollierten Bedingungen
- Datenerhebung durch objektive Messungen und subjektive Bewertungen
- Statistische Auswertung der Ergebnisse
- Erstellung eines Abschlussberichts
Besonderheiten und Herausforderungen
- Regulatorische Anforderungen: Kosmetikstudien unterliegen spezifischen Regularien, die je nach Land variieren können.
- Ethische Aspekte: Obwohl weniger streng als bei Arzneimittelstudien und klinische Prüfungen für Medizinprodukte, müssen ethische Standards eingehalten werden.
- Objektivität vs. Subjektivität: Balance zwischen messbaren Ergebnissen und subjektiven Wahrnehmungen der Probanden.
- Langzeitwirkungen: Herausforderung bei der Bewertung von Effekten, die erst nach längerer Anwendung auftreten.
Bedeutung für die Industrie
Klinische Studien mit Kosmetikprodukten sind entscheidend für:
- Produktinnovation und -entwicklung
- Qualitätssicherung und Verbraucherschutz
- Differenzierung im Wettbewerb
- Unterstützung von Marketingaussagen und Produktaussagen
Fazit
Klinische Studien spielen eine zentrale Rolle in der Kosmetikindustrie. Sie gewährleisten nicht nur die Sicherheit und Wirksamkeit der Produkte, sondern tragen auch zur kontinuierlichen Verbesserung und Innovation bei. Für Unternehmen sind sie ein unverzichtbares Instrument zur Qualitätssicherung und Marktpositionierung.
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